Eine klimafreundliche und ausbeutungsfreie Mobilität für alle erkämpfen

Längst stecken wir mitten in einer Klimakrise, in der die Folgen des Klimawandels wie die Zunahme an Extremwetterereignissen, Hitzewellen und Dürreperioden, Überschwemmungen, Stürme sowie das Schmelzen der Eiskappen und der steigende Meeresspiegel bereits jetzt weltweit deutlich spürbar sind.
Sie bedrohen das Leben und die Existenzgrundlage von Millionen von Menschen sowie das Überleben unzähliger Tier- und Pflanzenarten.
In anderen Teilen der Welt sind die Folgen der globalen Erwärmung, wie das Ansteigen des Meeresspiegels für die Menschen bereits jetzt sichtbar. Einige Inselstaaten im Pazifik werden schon in einigen Jahrzehnten komplett von Wasser bedeckt sein. (1)

Konzerne profitieren auf Kosten aller

Gemeinhin sind die besonders betroffenen die Bewohner*innen der Länder des globalen Südens, die am wenigsten zur Klimaerwärmung beitragen. Währenddessen sind die Hauptverursacher von Treibhausgasemissionen, die westlichen Industriestaaten, im Besitz der finanziellen Mittel, sich weitgehend vor den Folgen der Krise zu schützen und damit wenig von den Konsequenzen ihres Handelns und ihres Konsums zu spüren zu bekommen.
Was hier den Konzernen und weiteren Akteur*innen Profite bringt, vernichtet an anderen Orten der Erde die Lebensgrundlage von Mensch und Tier, verstärkt die bereits bestehende weltweite Ungleichheit und trägt so entscheidend zu Ursachen von Flucht und strukturell erzwungener Migration bei. Seien es die Verwüstungen durch den Einsatz von Rüstungsgütern in Kriegsgebieten, die ökonomische Unterwerfung und Festschreibung des Statuses ganzer Weltregionen als Orte an denen Elend und Perspektivlosigkeit vorherrschen, die Vertreibungen z.B. durch Soja- und Palmölplantagen, Kohle-, Uran- und Erzabbau, oder die dadurch wiederum immer massiver werdenden Folgen des globalen Klimawandels.

Verkehrsemissionen heizen die Klimakrise an

Zu den Hauptverursachern der Kimakrise gehört auch Deutschland. Größte Quelle der Treibhausgase ist hier die Energieerzeugung, direkt gefolgt von den Emissionen die jährlich durch den Verkehr erzeugt werden. Sie machen etwa ein Fünftel des Gesamtausstoßes aus. Im Vergleich zum Jahr 1990 sind die Emissionen nicht, wie in den anderen Sektoren zurückgegangen, sondern weiter angestiegen. (2) Verantwortlich dafür sind unter Anderem die immer größeren und schwereren Autos, die von BMW, Mercedes, Volkswagen und Co. auf den Markt gebracht werden.
Sämtliche unserer Lebensbereiche sind mit "Mobilität" verknüpft und hängen eng mit dem Transport von Personen und Waren zusammen, was den Verkehr zu einem ungebremsten Klima-Killer macht. Hier wurden die Emissionen seit vierzig Jahren nicht reduziert und statt einer Eindämmung des motorisierten Individualverkehrs führen die aktuellen Gesetze und Verordnung dazu, dass der Absatz von klimaschädlichen Fahrzeugen, wie SUVs für die Automobilindustrie weiterhin profitiabel bleibt.
In der EU verursacht Transport 25%, (3) weltweit 14% der Treibhausgasemissionen. (4) Dabei sind gerade mal 10% der Weltbevölkerung für 80% der motorisierten Passagierkilometer verantwortlich. (5)

Die Autoindustrie macht ihre Gewinne auf Kosten von Umwelt, Gesundheit und Menschenleben

Die Abgase, die Autos und Co hierzulande in die Luft blasen haben allerdings nicht nur globale Auswirkungen. Die darin enthaltenen Stoffe sind für Mensch und Tier mitunter stark gesundheitsgefährdend. Feinstaub, der besonders bei der Verbrennung von Dieselkraftstoffen entsteht kann zu Asthma, Bronchitis und Krebs führen, und wenn er in die Blutbahn gelangt auch einen Herzinfarkt auslösen. Ein weiterer Bestandteil von Autoabgasen sind Stickstoffoxide, starke Atemgifte, die ebenso Lungen und Bronchien schädigen und eine ernstzunehmende Gefahr für Kinder darstellen. (6) 2017 lag der Jahresmittelwert für Stickstoffoxide in München bei 78 Mikrogramm/Kubikmeter Luft, die EU schreibt einen Grenzwert von 40 vor. (7) Aber auch der Lärm macht Menschen krank.
Darunter leiden besonders ärmere Bevölkerungsschichten. Denn wer es sich leisten kann, wohnt in der Regel nicht in der Nähe viel befahrener Straßen. Der Autoverḱehr ist außerdem einer der Haupttreiber des anhaltenden Flächenfraßes und für jährlich über 3.000 Verkehrstote verantwortlich, darunter zahlreiche Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen. (8)

Flugverkehr

Eine weitere klimaschädliche Fortbewegungsart ist der Flugverkehr. Im Luftverkehrssektor haben sich die CO2-Emmissionen seit 1990 verdoppelt. (9) Die Zunahme des Luftverkehrs mit seinen klimaschädlichen Abgasen ist in den nächsten Jahrzehnten das am schnellsten wachsende Problem für das globale Klima. Bis 2050 wird ein Fünftel der weltweiten Emission durch Flugverkehr verursacht werden, schätzen Expert*innen, die der Dachverband der Fluggesellschaften IATA für eine Analyse berufen hat. (10)
Einen Großteil macht hier der Frachtverkehr aus. Allein, die durch das Angebot im Supermarkt suggerierte, unproblematische Verfügbarkeit verschiedenster Obstsorten über das ganze Jahr hinweg, führt beispielsweise dazu, dass jährlich rund 30 Millionen Tonnen Fracht mit dem Flugzeug transportiert werden müssen. Die Klimafolgen sind dabei häufig genauso wenig im Bewusstsein der Verbraucher*innen, wie auch die Arbeitsbedingungen unter denen die Früchte häufig angebaut und geerntet wurden. (11)

Schifffahrt

In Bezug auf Luftschadstoffe schneidet die weltweite Schifffahrt deutlich schlechter ab als andere Transportmittel. Hochseeschiffe emittieren große Mengen von Schwefeloxiden, Feinstaub, Stickoxiden und Ruß. Diese Stoffe sind hochgiftig und schädigen sowohl die Umwelt als auch die menschliche Gesundheit. Allein in Europa sterben jährlich etwa 50.000 Menschen vorzeitig an den Folgen von Schiffsabgasen. Eine Studie der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation schätzt, dass im Jahr 2007 213 Millionen Tonnen Schweröl durch die internationale Schifffahrt verbraucht wurden – das sind fast 600.000 Tonnen am Tag. Hier sind sowohl große Kreuzfahrtschiffe als auch die riesigen Frachtschiffe zu nennen. Auch hier profitieren wie beim Flugverkehr, nur einige wenige privilegierte Menschen und viele müssen darunter leiden. (12)

Eine klimafreundliche, ausbeutungsfreie Mobilität für alle ist in einem kapitalistischem System nicht möglich.

Die Klimakrise ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Die damit einhergehenden dramatischen Veränderungen führen zu mehr Armut, dazu, dass mehr Menschen fliehen müssen und verursachen weltweit Konflikte um lebensnotwendige Ressourcen.
Wer sich weltweit frei bewegen darf, wird stark vom kapitalistischen Wirtschaftssystem bestimmt. So dürfen Menschen für den Profit reisen, Menschen jedoch, die um ihr Überleben kämpfen bleibt diese Bewegungsfreiheit meist verwehrt. Das Recht auf Asyl wird durch eine von Rechten, wie der CSU, betriebene rassistische Abschottungspolitik immer weiter ausgehöhlt. Ausgerechnet von jenen also, die sowohl an der Klimakrise als auch an Fluchtursachen eine gehörige Mitschuld tragen.

Unser entschlossenes Handeln ist gefragt

Doch die Situation ist nicht aussichtslos. Dass die Lösung für die beschriebenen Probleme nicht von den politischen Institutionen erwartet werden kann, ergibt sich vor dem Hintergrund der bestehenden Machtverhältnisse innerhalb des kapitalistischen Wirtschaftssystems von selbst. Dies zeigen sowohl der Dieselskandal und die Umsetzung der Energiewende als auch die immer weiter fortschreitende Abschaffung des Rechts auf Asyl. Wir sind es, die Strategien und Lösungen erkämpfen und durchsetzen müssen, die einen Wandel herbeiführen.
Es muss den Menschen beispielsweise erleichtert werden auf den Besitz eines eigenen Autos zu verzichten. Dazu gehört die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs genauso wie der Ausbau des Wegenetzes für Radfahrer*innen, Carsharing oder kostenlose öffentliche Verkehrsmittel. Der Güterverkehr muss vermindert und nach und nach auf die Schiene verlegt werden.
Insgesamt muss nach den Bedürfnissen der Menschen und Tiere, unter Berücksichtigung sozialer und umweltfreundlicher Aspekte, produziert werden und nicht mehr nach den Gewinninteressen von Konzernen. Jegliche Freihandelsabkommen sind daher abzulehnen, genauso wie unsinnige Großprojekte, die ausschließlich der Wirtschaft zugute kommen, beispielsweise Stuttgart 21.
Dies ist nur ein Bruchteil der Lösungsansätze für die bestehenden Probleme. Damit diese aber auch so umgesetzt werden, braucht es Menschen die dahinterstehen, dafür arbeiten und laut werden. Dabei ist jede*r Einzelne gefragt, das eigene Verhalten zu überdenken und entsprechend der eigenen Möglichkeiten aktiv zu werden.
Lasst uns dies zusammen auf dem Camp angehen.

Wir fordern:

  • ein solidarisches, klimafreundliches Mobiltätskonzept
  • den Stopp aller Abschiebungen und globale Bewegungsfreiheit für alle
  • die Einführung einer Kerosinsteuer und die Abschaffung von Privilegien für Automobil- und Flugindustrie
  • die Abschaffung der Tierausbeutung
  • Enteignung der großen Automobilkonzerne, Energieproduzenten, Banken etc. und deren basisdemokratische, solidarische Weiterführung in Hand der Gesellschaft
  • die Überwindung des Kapitalismus

Fußnoten:

  1. http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Meeresspiegelanstieg_in_tropischen_Inselstaaten
  2. https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/treibhausgas-emissionen/emissionsquellen#textpart-2
  3. https://ec.europa.eu/clima/policies/transport_en
  4. https://www.epa.gov/ghgemissions/global-greenhouse-gas-emissions-data
  5. http://blog.ksoe.at/system-change-not-climate-change/
  6. https://www.swr.de/abgasalarm/wie-schaedlich-die-luftverschmutzung-wirklich-ist-8-fakten-zu-feinstaub-und-stickoxiden/-/id=18988100/did=18971804/nid=18988100/12nqid0/index.html
  7. https://www.br.de/nachricht/muenchen-ist-die-stadt-mit-der-hoechsten-stickstoffdioxidbelastung100.html
  8. https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2018/02/PD18_063_46241.html
  9. https://www.vcd.org/themen/flugverkehr/
  10. https://www.maria-elisa-schrade.com/klima-und-umwelt/2016/11/30/flugverkehr-und-klimaschutz-passt-das-zusammen
  11. https://www.vcd.org/themen/flugverkehr/
  12. https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/verkehr/schifffahrt/containerschifffahrt/16646.html