Short Facts zum Klimawandel

Der Klimawandel ist eines der größten und komplexesten, aber auch eines der relevantesten Themen unserer Zeit. Lange Lektüre ist zwar erhellend, aber oftmals auch träge und zäh. Um euch einen kleinen und interessanten Einblick in die Folgen des Klimawandels zu geben, haben wir euch einige Fakten dazu zusammengestellt.

1. Klimawandel

Ca. 95% aller Klimaforscher*innen gehen davon aus, dass der Klimawandel in dieser Massivität vom Menschen gemacht ist. Das heißt auch, dass er gestoppt werden kann!
Durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe, wie Erdöl, Kohle und Gas wird der Klimawandel enorm beschleunigt. Die globale Erwärmung, auch Treibhauseffekt genannt, wird auch durch die Entstehung von Unmengen an Methan in der Tierproduktion, der Landwirtschaft, auf Mülldeponien und in Klärwerken weiter angeheizt.

2. Verhältnis Globaler Norden und Globaler Süden

Globaler Süden meint nicht den geographischen Süden, sondern alle Gebiete, die auf Grund von Kolonialismus und Ausbeutung gesellschaftlich, politisch und ökonomisch benachteiligt sind. Der Globale Norden ist der Sammelbegriff für die Gesellschaften, die dadurch Vorteile besitzen.

Einige Staaten verbrauchen weit mehr Ressourcen als sie sollten, um das ökologische Gleichgewicht zu erhalten. Unter den 10 größen Verbrauchern sind Luxemburg, die USA und andere. Der ökologische Fußabdruck pro Person ist in Singapur und den USA mit all den Kühlschränken, LapTops und Autos ca. 8 mal so hoch wie er sein sollte. In Eritrea ist er niedriger als er sein könnte, er liegt bei 0,4 pro Person. In Afghanistan bei 0,8 pro Person. Um es zusammenzufassen; Hauptverursacher für den massiven Klimawandel sind also die Industriestaaten, wohingegen Länder des Globalen Südens vorwiegend die Folgen tragen. Klimawandel führt nicht nur zu Krankheiten, Tod und Migration, sondern auch zu Kriegen.

3. Steigen des Meeresspiegels

Der Meeresspiegel steigt jedes Jahr um ca. 3mm, das ist allerdings keine feste Zahl, sondern sie steigt mit der Zeit an. Dies hört sich erst mal wenig an, hat aber bereits jetzt dramatische Folgen. Wie mit dem Anstieg umgegangen wird, ist auch abhängig vom verfügbaren Geld. Miami Beach in den USA kann beispielsweise auf hohe finanzielle Ressourcen zurückgreifen und so mit milliardenschweren Tonnen an Beton und Pumpensystemen dem ansteigenden Meeresspiegel immer wieder entkommen. Die Malediven, Tuvalu, Mikronesien, Kiribati, Palau und andere Inselstaaten werden komplett untergehen, sofern der Anstieg weiterhin ungebremst voranschreitet. Während der Globale Norden die Folgen seiner Lebensweise und Industrie noch mit hohen Geldsummen und viel Beton abwenden kann, muss der Globale Süden die bereits spürbaren Folgen tragen.
Die Zerstörung hört allerdings nicht bei Inseln auf, auch Städte und ganze Landstriche, sowohl im Norden als auch im Süden sind nicht sicher.

4. Verschwindende Ackerflächen & Verknappung von Nahrungsmitteln und Trinkwasser

Jährlich gehen weltweit rund 10 Millionen Hektar Ackerfläche verloren. Das ist eine Fläche, die etwas größer ist als Österreich! Neben der Umwandlung von Acker in Asphalt, der Verschwendung von Flächen für den Anbau von Tierfutter und Energiepflanzen, sowie der Zerstörung von Böden durch unökologischen Anbau, trägt auch der Klimawandel maßgeblich zur Verknappung von Nahrungsmitteln bei; Verunreinigung des Grundwassers, Überschwemmungen und Versalzung von Böden.
Dürreperioden, Tsunamis, Hurricanes, Hochwasser, sinnflutartiger Regen oder später Frost führen zu Hungersnöten, wo dies nicht von kapitalstarken Staaten mittels erschwinglichen Importen aufgefangen werden kann. Dürren und Land Grabbing rauben Kleinbäuer*innen ihre Nahrungsquelle sowie ihre Selbsständigkeit. Frauen sind so wieder vom Einkommen der Männer abhängig, mit welchem Lebensnotwendiges, wie Gemüse und Reis, teuer eingekauft werden muss. Flucht und Migration sind Folgen davon. In Zukunft wird es bei gleichbleibender Entwicklung weltweit zu Lebensmittelverknappung kommen. Süßwasser ist nicht nur für uns Menschen lebensnotwendig, sondern es ist auch ein zentraler Teil unseres Ökosystem. Mit dem Schmelzen der Polarkappen und Gletscher, die ca. 2/3 unserer Süßwasservorräte ausmachen, versalzen erhebliche Mengen an Wasser, die für das globale Ökosystem benötigt werden. Verknappungen zeigen sich bereits jetzt im Globalen Süden, wo Wasser in manchen Teilen eine umkämpfte Ressource ist. Auch im Globalen Norden bleibt dies nicht folgenlos. Im Sommer kommt es bereits jetzt in vielen Ländern, die keinen Zugriff auf große Grundwasserspeicher besitzen, zu Engpässen in der Wasserversorgung. Auch die Verknappung von Trinkwasser führt dazu, dass Menschen ihr Zuhause aufgeben müssen.

5. Verkehr und Klima

Mit mehr als 16% der Treibhausgasemmissionen in Deutschland ist der Verkehrssektor ein großer Faktor des Klimawandels. Über 700.000 Fahrzeuge kommen in München auf 1,4 Millionen Einwohner*innen. Jede*r Zweite hat hier ein Auto. Das nimmt nicht nur Platz weg, sondern verpestet auch die Luft: Laut Umweltbundesamt (UBA) wurden 2017 in der bayerischen Landeshauptstadt im Jahresmittel 78 Mikrogramm NO2 (Stickstoffdioxid) pro Kubikmeter Luft gemessen – der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm. Autolärm verursacht Stress und gefährdet unsere Gesundheit: 4.000 Herzinfarkte pro Jahr führt das UBA auf den Verkehrslärm zurück.

Eine weitere klimaschädliche Fortbewegungsart ist der Flugverkehr. Die Zunahme des Luftverkehrs mit seinen klimaschädlichen Abgasen ist in den nächsten Jahrzehnten das am schnellsten wachsende Problem für das globale Klima. Bis 2050 wird ein Fünftel der weltweiten Emission durch Flugverkehr verursacht werden, schätzen Expert*innen, die der Dachverband der Fluggesellschaften IATA für eine Analyse berufen hat.

Allein in Europa sterben jährlich etwa 50.000 Menschen vorzeitig an den Folgen von Schiffsabgasen. Eine Studie der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation schätzt, dass im Jahr 2007 213 Millionen Tonnen Schweröl durch die internationale Schifffahrt verbraucht wurden – das sind fast 600.000 Tonnen am Tag. Hier sind sowohl große Kreuzfahrtschiffe als auch die riesigen Frachtschiffe zu nennen.
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/verkehr/schifffahrt/containerschifffahrt/16646.html

Bei all diesen Fortbewegungsarten profitieren nur einige wenige privilegierte Menschen und viele müssen darunter leiden.

6. Konsum tierischer Produkte und Klima

Tierische Produkte gehören zu den Hauptursachen des vom Menschen verursachten Klimawandels, der Bodenerosion, der Wasserverschmutzung und des Rückgangs der biologischen Vielfalt. Sie verursachen ein Vielfaches an klimaschädlichen Emissionen im Vergleich mit pflanzlichen Lebensmitteln. Nach Angaben der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) sind sogenannte Nutztiere für 14,5 % der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Weltweit sorgen die 20 größten Fleisch- und Milchkonzerne für mehr Treibhausgasemissionen als ganz Deutschland. Annähernd 70 % der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen. So bedarf es z.B. 12kg Soja als Futter, um 1kg Fleisch zu generieren. Für 1kg Rindfleisch sind rund 15.500 Liter Wasser von Nöten. 1 Kilogramm Kohl benötigt im Gegensatz dazu nur rund 200 Liter Wasser. Das heißt, Gemüse essen verbraucht weniger Wasser und Fläche. Auch pupst Gemüse kein Methan. Gemüse muss auch kein Gemüse essen, das im Regenwald angebaut wird. Ein Rind muss hingegen Soja essen, was zum größten Teil im Regenwald, einem der größten CO2-Speicher der Erde, angebaut wird. Das heißt, er wird abgeholzt und kann somit CO2 nicht mehr in Sauerstoff zurück verwandeln. Beim Anbau von Soja, kommt es regelmäßig zu Landraub und Menschenrechtsverletzungen. Erkauft wird also die Produktion tierischer Erzeugnisse mit der Verwüstung ganzer Landstriche, der immer weitgehenderen Erzeugung multiresistenter Krankheitserreger, mit ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, auch im industrialisierten Norden, und nicht zuletzt durch Ausbeutung nichtmenschlicher fühlender Lebewesen: Milliarden von Landtieren und Billionen von Wassertieren fallen jährlich der Tierproduktion zum Opfer.

7. Fossile Energien

Kohle ist einer der größte Klima-Killer. Über ein Drittel der deutschen Treibhausgasemissionen stammt aus der Verbrennung von Kohle. Braunkohle wird im Tagebau abgebaut. Dazu werden riesige Natur-, Landwirtschafts- und Siedlungsflächen zunächst zerstört und erst lange Zeit später nach Abbauende wiederhergestellt. Oft müssen ganze Siedlungen zerstört werden, sowie Langzeitproteste, wie im Hambacher Wald, zerschlagen werden, um den Abbau zu ermöglichen. Bei Steinkohle sind Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Kohleabbau dokumentiert, etwa in Kolumbien. Berichtet wird von Mord, Vertreibung und weiteren Menschenrechtsverletzungen im Zuge der Erschließung der Kohle, wobei vor allem gegen die ansässige indigene Bevölkerung, Gewerkschafter*innen und Umweltschützer*innen vorgegangen wird. In den Fällen, in welchen die Kühlung der Krafwerke durch Direktkühlung mit Flusswasser erfolgt, führt die Abwärmeeinleitung zudem zu einer Erwärmung des Gewässers. Durch den bei der Erwärmung sinkenden Sauerstoffgehalt der Flüsse kann es zur Veränderung der Flussfauna bis hin zu einem Absterben derselben kommen. Nur mit einem Ausstieg aus der Kohle ist Klimagerechtigkeit erreichbar.

8. Artensterben

Der Klimawandel führt zu massivem Artensterben. Es gibt zwischen 5 Mio. und 20 Mio. Tier- und Pflanzenarten. Jeden Tag sterben weltweit ca. 70 Tier- und Pflanzenarten aus. Die Aussterberate ist momentan 1.000 bis 10.000 mal höher als sie natürlicherweise wäre. Beispielsweise werden die Meere durch Abgase immer saurer. Schalentiere, wie Muscheln und Schnecken können so immer schlechter den für sie lebenswichtigen Kalk anreichern und sterben so langsam aus. Das ist auch der Hauptgrund für das Aussterben der Korallenriffe. Auch bei uns vor Ort verschwinden immer mehr Insekten, die Gesamtmasse der Insekten nahm seit den 1990er Jahren um mehr als 75 Prozent ab - hauptsächlich aufgrund der intensiven Landwirtschaft, mit ihren Giften (Neonicotinoide...), Herbiziden (Glyphosat...), Überdüngung, Flächenverlusten und der monotonen Agrarlandschaft. Dies verknappt auch das Nahrungsangebot für Vögel, Igel etc. In Deutschland sind die Vogelbrutpaare zwischen 1998 und 2009, um 12,7 Millionen zurückgegangen. Auch die Bienenbestände gehen weltweit kontinuierlich zurück. Bei den Bienen liegt dies neben oben genannten Gründen auch an der Bienenzucht. Die Varroamilbe ist nur so "erfolgreich", weil mensch den Bienen mit dem Honig ihre Nahrung wegnimmt. Sie werden idR mit Zuckerwasser gefüttert, was nicht annähernd so nährstoffreich ist wie Honig. Dadurch sind sie anfälliger für die Milbe und Ackergifte. Es bräuchte daher widerstands- und anpassungsfähige Bienen. Doch die Bienenzucht war über Jahrzehnte hauptsächlich auf Bienen ausgerichtet, die viel Honig produzieren und sich einfach halten lassen. Den friedlichen und fleissigen Bienen fehlt nun die Widerstandskraft.

9. Auftauen von Permafrostböden und Desertifikation

Bei steigenden Temparaturen taut Frost und Trockengebiete werden zur Wüste:
Dort, wo Böden über Jahre hinweg in gefrorenem Zustand sind, entstehen dauerhaft gefrorene Böden, der so genannte Permafrost. Permafrost gibt es vor allem in Nordamerika, Asien sowie in eisfreien Gebieten der Antarktis, in Hochgebirgen sowie im Arktischen Ozean. Mit dem Klimawandel tauen die Permafrostböden stellenweise Schritt für Schritt auf. Der Boden wird dadurch instabil. Siedlungen, Straßen, Pipelines, Flughäfen und Co. verlieren ihren sicheren Stand. Zudem wird dadurch Kohlenstoff in Form von Methan und Kohlendioxid frei. Das wiederum beschleunigt den Treibhauseffekt.

Desertifikation heißt, dass Trockengebiete wegen des Klimawandels zur Wüste werden. 41% der globalen Landoberfläche besteht aus diesen gefährdeten Trockengebieten, in denen noch etwa zwei Milliarden Menschen leben. All diese Menschen sind zur Flucht gezwungen, wenn der Klimawandel weiterhin mit dem industriellen, mobilen Lebensstil vorangetrieben wird.

10. Palmöl und Klima

Jeden Tag werden riesige Regenwaldflächen gerodet und abgebrannt, um Platz für Palmölplantagen zu schaffen, denn Palmöl ist billig und vielseitig verwendbar. Die Liste der Waren, die Palmöl enthalten, ist lang: Margarine, Süßigkeiten, Chips, Suppen, Saucen, Pommes Frites und Fertiggerichte.... Der in der Urwaldvegetation und den Böden gespeicherte Kohlenstoff wird dabei freigesetzt und entlässt riesige Mengen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre. Der aus Palmöl produzierte Biosprit ist deshalb drei mal so klimaschädlich ist wie Treibstoff aus Erdöl. Inzwischen dehnen sich die Palmölplantagen weltweit auf mehr als 27 Millionen Hektar Land aus. Auf einer Fläche so groß wie Neuseeland mussten die Regenwälder, Mensch und Tier bereits den „grünen Wüsten“ weichen. Aber nicht nur das Klima leidet: Mit den Bäumen verschwinden seltene Tierarten wie Orang-Utan, Borneo-Zwergelefant und Sumatra-Tiger. Kleinbauern und Indigene, die den Wald über Generationen bewohnen und beschützen, werden oft brutal von ihrem Land vertrieben. In Indonesien stehen mehr als 700 Landkonflikte in Zusammenhang mit der Palmölindustrie. Auch auf sogenannten „nachhaltig bewirtschafteten“ oder „Bio“-Plantagen kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen. Unser täglicher Palmölkonsum hat jedoch auch für uns persönlich direkte negative Auswirkungen: In raffiniertem Palmöl sind große Mengen gesundheitsschädlicher Fettsäureester enthalten, die das Erbgut schädigen und Krebs verursachen können. Doch sollte Palmöl nicht nur verteufelt werden: Palmöl generiert höhere und schnelle Erträge als andere Ölsorten. Daher braucht es auch weniger Fläche.